Nintendo halbiert Ertragsprognose

Der japanische Konsolenhersteller Nintendo hat seine Ertragsprognose nach unten korrigiert. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben von einem operativen Ergebnis in Höhe von 33 Mrd. Yen aus. Bei einem aktuellen Umrechnungskurs von aktuell 0,0081 Euro würde das einen Ertrag von rund 268 Mio. € bedeuten. Ursprünglich hatten die Japaner ein operatives Ergebnis von 50 Mrd. Yen geplant (405,23 Mio €; -34 Prozent).

Den Umsatz für das aktuell laufende Geschäftsjahr 2015/2016, das am 31. März endet, sieht Nintendo derzeit bei rund 500 Mrd. Yen (rd. 4 Mrd €), was gegenüber der ursprünglichen Planung vom 7. Mai des vergangenen Jahres (570 Mrd. Yen; 4,6 Mrd. €) einen Rückgang von 70 Mrd. Yen (567 Mio. €)  oder einem Minus von 12,3 Prozent entsprechen würde. Die ordentlichen Erträge schätzen die Japaner nach Lage der Dinge auf etwa 25 Mrd. Yen (202 Mio. €). Sollte das so kommen, wären das 30 Mrd. Yen weniger als der Konsolenhersteller ursprünglich geplant hatte.

Wechselkurse und 3DS-Verkäufe sind Schuld an der Geschäftsentwicklung

Die Geschäftsentwicklung ist zu einem großen Teil geprägt von den Wechselkursen. Nintendo zufolge hat der Konzern allein durch die Entwicklung der Wechselkurse 20 Mrd. Yen (161,35 Mio. €) verloren. Mit Beginn des Jahres 2016 ist der Wert des Yen extrem gestiegen, was für ein stark exportorientiertes Unternehmen wie Nintendo ein Problem ist.

Darüber hinaus ging Nintendo im Frühjahr 2015 davon aus, im laufenden Geschäftsjahr 7,6 Mio 3DS absetzen zu können. Nun wird klar, dass dieses Ziel nicht mehr zu erreichen ist. Aktuell gehen die Japaner davon aus, dass es nur 6,6 Mio Stück, also etwa eine Mio. Einheiten weniger sein werden. Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/2015 hatte Nintendo nach eigenen Angaben 8,7 Mio 3DS an den Mann bringen können.

Zudem hat der Konzern deutlich weniger Spiele für den kleinen Handheld absetzen können. Plante Nintendo im Mai noch mit einem Absatz von 56 Mio. 3DS-Spielen, werden es nun voraussichtlich nur 47 Mio. Spiele weltweit sein. Faktisch hat Nintendo sogar noch weniger Spiele verkauft: Denn in der Fußnote der Börsenmitteilung heißt es, dass die Schätzung auf dem Mai 2015 nicht die abgesetzten Spiele beinhaltet, die im Rahmen so genannter Bundles zusammen mit Hardware verkauft wurden. In der modifizierten aktuellen Schätzung sind die Bündle-Spiele hingegen enthalten.

Wii und Wii U nach Plan

Die Verkäufe der stationären Konsolen Wii und Wii U sind dem gegenüber unspektakulär. Wie geplant wird Nintendo im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich 3,4 Mio. Wii U absetzen, das ist in etwa das Niveau des Vorjahres. Interessanterweise wird Nintendo 2015/2016 voraussichtlich etwas mehr Spiele für die Wii U absetzen als im Geschäftsjahr zuvor: Rechnete Nintendo ursprünglich mit 23 Mio. verkauften Spielen, werden es nun wahrscheinlich 27 Mio. sein. Gegenüber dem Vorjahr (24 Mio. Spiele) ist das eine Steigerung von gut 17 Prozent.

Auch bei der Wii war Nintendo im Soll. Etwa 100.000 Geräte wird der Hersteller im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich an den Mann bringen. Das entspricht der Prognose vom Mai des vergangenen Jahres. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten die Japaner noch rund 460.000 Wii-Konsolen verkaufen können. Die abgesetzten Wii-Spiele lagen sogar über den Planungen: Dieses Jahr wird Nintendo auf voraussichtlich 7 Mio. verkaufte Wii-Spiele kommen, etwa 3 Mio. mehr als zunächst geplant.

Ob diese Zahlen unterm Strich einen Verlust oder doch „nur“ einen geringeren Gewinn für Nintendo bedeuten, bleibt bis zur Vorlage des endgültigen Konzernabschlusses für das laufende Geschäftsjahr abzuwarten. Der Konsolenhersteller will jedenfalls auch nach Abschluss des diesjährigen Geschäftsjahres an die Aktionäre eine Dividende ausschütten. Sollten die prognostizierten Zahlen in etwa eintreffen, würde die Dividende der Aktionäre Nintendo zufolge 100 Yen pro Aktie (0,81 €) betragen. Das Unternehmen will jedoch sein Wort halten und den Aktionären für das laufende Geschäftsjahr wie versprochen 150 Yen pro Aktie (1,21 €) zahlen.

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Pascal Hugo

Wirtschaftsredakteur mit Volontariat, Master-Abschluss und vielen Jahren Berufserfahrung; kennt sich mit Unternehmensbilanzen genauso aus wie mit politischen Prozessen auf europäischer und nationaler Ebene; leidenschaftlicher Gamer, in Multiplayer-Matches leider meistens das Opfer. Xbox Live-ID: KSKHugo

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